Bericht von Jens zum St.Pauli Spiel
Wir sind die Bösen
FC St. Pauli – FC Hansa 3:2
Ich will dieses Spiel nicht zum Kampf der politischen Lager hochstilisieren, wie es einige Wirrköpfe im Lager der Hamburger AntiFa im Vorfeld taten, indem sie behaupteten, dass der größte Naziaufmarsch seit der Wende erwartet wird und selbst den linken Hansafans vorwarfen, mit rechten Strukturen zusammenzuarbeiten, nur um Randale anzuzetteln und Hamburg in Schutt und Asche zu legen.
So trafen sich also fünf böse Hansafans auf dem Bremer Hbf, um zum Randalieren nach Hamburg zu fahren. Auf der kurzen Fahrt wurden dann auch schonmal kräftig die Glatzen poliert, die Feuerwerkskörper sortiert und auf den Bahnhöfen, auf denen wir hielten, jeweils einige Schottersteine gesammelt. In Übungskämpfen untereinander verschafften wir uns den letzten Schliff für den großen Auftritt. Ende des ironischen Teils.
In Hamburg angekommen, machten wir uns sogleich auf den Weg in Richtung Stadion, um der Besatzung des Entlastungszuges aus Rostock zuvorzukommen und nicht mit dem Mob fahren zu müssen. Was uns am U-Bhf. Feldstraße erwartete, ließ uns dann doch staunen.
Polizei mit Mannschaftswagen, Wasserwerfern und sogar Räumpanzern war massiver als erwartet aufmarschiert. Nachdem wir uns mit Bier eingedeckt und unseren Logenplatz an der Tanke neben dem Stadioneingang eingenommen hatten, kam dann auch der Hauptteil der Hansafans aus dem Entlastungszug an. Da diese den U-Bhf. aber nicht verlassen wollten, provozierte die Polizei solange, bis dann die ersten vereinzelten Flaschen flogen. Das war natürlich der willkommene Auslöser, um massiv mit Wasserwerfern und Pfefferspray einzugreifen und den gesamten Pulk vom U-Bhf. zum Stadion zu treiben. Um 17.45 Uhr machten wir uns dann auch auf den Weg zum Eingang. Dort fanden wir das totale Chaos vor. Die Polizei versuchte das Tor erst zu schließen, öffnete es dann allerdings wieder und ließ alle Hansafans ein, ob sie nun Karten hatten oder nicht.
Wir hatten uns dann gerade in den Block gezwängt, als es auch schon 1:0 (Myntti) für Hansa stand. Die Mannschaft legte los wie die Feuerwehr. Nach fünf Minuten schießt Bartels zum 2:0 ein. Somit war das Spiel im Prinzip schon entschieden, zumal weitere Chancen auch ein höheres Resultat hätten bringen müssen. Hansa war in der ersten Hälfte klar überlegen, der FC St.Pauli war gar nicht im Spiel.
Zur zweiten Hz. bringen die Hamburger gleich drei neue Leute und das Spiel sieht völlig anders aus. Hansa fällt in alte Unsicherheit zurück und lässt St. Pauli unnötig wieder ins Spiel kommen. Und als Beweis, dass man mit Angsthasenfußball die Klasse nicht wird halten können, lässt sich der drittteuerste Kader der zweiten Liga nach und nach drei Tore einschenken, um letztendlich wieder ohne Punkt nach Hause zu fahren. Am Ende steht Hansa weiterhin auf einem Abstiegsplatz und sein Trainer auf der Straße.
Nach dem Spiel hatte dann die Hamburger Polizei einen weiteren ruhmreichen Auftritt, indem sie den Ausgang mit einem massiven Aufgebot sperrte, uns ca. eine Stunde im Regen stehen ließ und die Massen mit provozierenden Lautsprecherdurchsagen noch etwas aufstachelten. Daß irgendwann von hinten geschoben wurde, beantworteten die Beamten damit, daß sie den Leuten in den ersten Reihen Pfefferspray mitten in die Gesichter sprühten, obwohl sofort die Hände gehoben wurden, um zu zeigen, daß von uns vorne keine Gewalt zu erwarten sei, wir aber die nachschiebenden Massen auch nicht aufhalten können.
Irgendwie schaffte man es dann, vorbei an mit Flaschen und Steinen werfenden sogenannten Fans des FC St. Pauli, uns zum U-Bhf. zu bugsieren und uns ohne Halt zum Hbf. zu schaffen, wo wir im Zapfhahn noch ein paar Bier nahmen und dann nach Hause fuhren.
Wenn ich jetzt St. Pauli-Fan wäre, würde ich noch ein wenig rumflennen, dass man uns mit Gegenständen bewerfen und uns verhauen wollte. Und ich würde unbedingt eine Bestrafung des gegnerischen Vereins in Form einer Geldstrafe und natürlich Punktabzug fordern. Ich tue das jedoch nicht, denn ich bin kein St. Pauli-Fan, sondern ich bin
Jens und Hansafan
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